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Dass mir der Hund das Liebste ist,

sagst Du, oh Mensch, sei Sünde. 


Der Hund bleibt Dir im Sturme treu,

der Mensch nicht mal im Winde.


Wir geben dem Tier das, was übrig bleibt an Zeit,

Raum und Liebe,


doch das Tier gibt uns alles was es hat.

***

Testament eines Hundes

Ich besitze wenige Güter,

die ich hinterlassen kann.
Nichts wertvolles ist mein Eigentum,

außer meiner Liebe und meinem Glück.
Ich bitte meine Besitzer,

dass sie mich immer im Gedächtnis behalten,

aber sie nicht wegen mir leiden.
In meinem Leben bemühte ich mich,

ihnen Trost in traurigen Momenten

und Freude in ihrem Glück zu sein.
Es tut mir weh,

ihnen mit meinem Tod Kummer zu bereiten.
Die Stunde des Abschiedes ist gekommen

und es fällt mir schwer, sie zu verlassen,

aber zu sterben wird nicht traurig sein,

denn (im Gegensatz zum Menschen)

fürchtet der Hund nicht den Tod.
Eine große Bitte noch;

ich hörte oft von meinen Menschen:

"Wenn er stirbt,

wollen wir keinen Hund mehr.

Wir lieben ihn so sehr,

dass wir keinen anderen haben möchten."
Ich bitte meine Menschen,

aus Liebe zu mir wieder einen Hund aufzunehmen.
Es nicht zu tun,

wäre eine traurige Erinnerung an mein Andenken.
Ich möchte die Gewissheit haben,

dass sie, gerade weil ich in ihrer Familie lebte,

nun nicht mehr ohne Hund leben können.

Ich war nie eifersüchtig oder erbärmlich,

spielte mit der schwarzen Katze,

teilte an kalten Tagen den Teppich mit ihr

und all die anderen Dinge aus Treue und Liebe.
Ich hinterlasse meinem Nachfolger mein Halsband

und die Leine und wünsche ihm,

dass er - wie ich -

das Glück in diesem Haus genießt.
Das letzte Abschiedswort an meine Lieben:

"Wenn ihr mein Grab besucht,

denkt an mich voller Traurigkeit,

aber auch mit dem Wissen,

dass hier eine Kreatur ruht,

die euch liebte.
So tief mein Schlaf auch sein mag,

ich werde euch hören und selbst die große Macht des Todes wird nicht verhindern können,

dass meine Seele dankbar mit dem Schwanz wedelt.

***

Er ist eben mein Hund.

Er ist mein drittes Auge, das über die Wolken blickt,
mein drittes Ohr, das über die Winde lauscht.
Er ist der Teil von mir, der sich bis zum Meer erstreckt.
Wie er sich an meine Beine lehnt, beim leisesten Lächeln mit dem Schwanz wedelt,
seinen Schmerz zeigt, wenn ich ohne ihn ausgehe,
all das sagt mir tausendmal, dass ich der einzige Grund seines Daseins bin.

Habe ich Unrecht, verzeiht er mir mit Wonne.
Bin ich wütend, bringt er mich zum lachen.
Bin ich glücklich, wird er vor Freude fast verrückt.
Mache ich mich zum Narren, sieht er darüber hinweg.
Gelingt mir etwas, lobt er mich.


Ohne ihn bin ich ein Mensch unter vielen.
Mit ihm bin ich stark.
Er ist die Treue selbst.
Er lehrt mich die Bedeutung der Hingabe.
Durch ihn erfahre ich seelischen Trost und inneren Frieden.

Er lehrt mich verstehen, wo vorher meine Ignoranz war.
Sein Kopf auf meinem Knie heilt meine menschlichen Schmerzen.
Seine Gegenwart schützt mich vor Dunkelheit und Unbekanntem.
Er versprach auf mich zu warten, wann und wo auch immer, denn ich könnte ihn ja brauchen.

Und ich brauche ihn – wie schon immer.

Er ist eben mein Hund.

***


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